Klassiker von Morgen: Der Audi TT (8N)
Neulich wurde ich gefragt, ob der Audi TT der ersten Generation das gleiche Potenzial als Youngtimer oder 10 Jahre später auf dem Oldtimer Markt haben wird wie der Mercedes Benz SLK aus der ersten Baureihe. Eine interessante, aber gleichermaßen schwierige Frage. Was haben die beiden Fahrzeuge gemeinsam und was unterscheidet sie?
Zunächst einmal ist der Mercedes SLK Roadster und Coupé in einem Fahrzeug. Den Audi TT gibt es als Roadster und auch noch als Coupé. Der augenscheinlichste Unterschied ist also die Tatsache, dass Mercedes seinem Zweisitzer ein versenkbares Blechdach verpasste, damit einen wahren Trend auslöste und nebenbei noch zwei Fahrzeugtypen in einem Auto integrierte. Letzteres war übrigens meine offizielle Begründung, warum ich 1998 einen SLK fuhr (und keinen TT). Vielleicht lag es auch an dem Umstand, dass ich mir keine zwei Audis leisten konnte, um einen Roadster und ein Coupé zu besitzen ;-). Wie dem auch sein, Audi setze beim Roadster auf das klassische Stoffdach, welches sicherlich die Puristen unter den Offenfahrern angesprochen hat.
Ich kann mich noch gut an meine erste Ausfahrt mit dem TT Roadster erinnern. Zwei Tage lang hatte ich das Vergnügen den wunderschönen Audi zu pilotieren. Außen dunkelgrau, innen eine Lederausstattung, die mich farblich und durch die groben Nähte stark an einen Baseballhandschuh erinnerte. Dazu eine polierte Felge, die interessanterweise aus dem Audi Regal stammte. Eine absolut stimmige Komposition, die durch das schwarze Cockpit und die chromfarbenen Anbauteile noch unterstrichen wurde. Der Sound war kernig und die 225 PS mit Allradantrieb hatten leichtes Spiel mit dem Zweisitzer. Gut, das Wetter war bombig und so konnten nur wenige Dinge meinen positiven Eindruck beeinträchtigen. In Erinnerung ist mir die hakelige Schaltung geblieben, aber das sollte ja nicht das letzte Problem des ersten Audi TT bleiben.
Ende der Neunziger wurde über das Handling des TT in Grenzsituationen diskutiert. Ein zu schmaler Grenzbereich führte dazu, dass das Auto augenblicklich von neutralem Fahrverhalten auf starkes Übersteuern umstellte. Für Rennfahrer sicherlich ok, für Ottonormallenker offensichtlich nicht. Audi reagierte, packte dem TT einen Spoiler aufs Heck, passte das Fahrwerk an und bot gegen Aufpreis auch die Nachrüstung von ESP an. Zwei Jahre nach der Markteinführung wurden diese Elemente in die Serie übernommen. Leider hat diese Aktion für viel Wirbel gesorgt und auch bei mir für einen faden Beigeschmack gesorgt. Vielleicht zu Unrecht. Jedenfalls hatte der SLK keine solch negative Presse.

Gemeinsam war beim angehenden Mercedes Benz Klassiker und seinem Verfolger von Audi die extrem überschaubare Motorenpalette. Zwei Vierzylinderaggregate mit 2 Liter (136 PS) und kompressoraufgeladenen 2,3 Liter Hubraum (193 PS) standen anfangs beim R 170 (MB SLK 1. Generation) zur Verfügung. Noch einfacher machte es sich Audi. Ein 1,8 Liter Turbomotor mit wahlweise 180 PS oder 225 PS stand beim 8N (Audi TT 1. Generation) zur Auswahl. Die zu den Autos passenden Sechszylinder kamen leider erst viel später.
Insgesamt ist der Mercedes Benz SLK etwas unspektakulärer als der Audi TT. Mehr etwas für Technikverliebte und Anhänger der Mercedes Benz Oldtimer Klassiker (etwa dem 190 SL). Audi setzt zwar auch auf Altbewährtes und den bekannten Vorsprung durch Technik, beschränkt sich aus meiner Sicht aber eher auf die Namensgebung (TT = Technik und Tradition). Zugegeben, Mercedes Benz hat in Sachen Historie sicher die Nase vorn, nicht zuletzt weil sie im Vergleich zu Audi einfach stringenter ist. Und bei der Technik holen sich die Schwaben ebenfalls den ersten Platz, auch weil Audi beim Fahrverhalten des TT patzte, aber vor allem, weil das Faltdach des SLK seinerzeit einfach ein genialer Wurf war.
Mit meinen sehr subjektiven Erkenntnissen über die beiden Fahrzeuge werde ich das Gefühl nicht los, dass sich der Mercedes Benz eher zu einem Autoklassiker und damit zu einem Investment entwickeln wird. Und das liegt nicht nur daran, dass der Mercedes zwei Jahre früher auf den Markt kam. Als Oldtimer wird sich der Audi schwerer tun, vielleicht liegt das aber auch daran, dass er noch zu präsent im täglichen Straßenverkehr ist. Aber für beide Typen gilt: Es lassen sich derzeit schöne Schnäppchen machen. Und wer eine große Garage hat, der möge sich von beidem Marken mal einen Wagen wegstellen. Abgerechnet wird dann in ungefähr 20 Jahren. Dann zeigt der Oldtimer Markt uns, was die Stunde geschlagen hat. Und bis dahin: Gute Fahrt.
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hallo. da bin ich nicht ganz ihrer meinung! der audi tt roadster 8n ist nämlich einer. nur so ein fahrzeug hat das zeug zum klassiker. endweder coupe oder cabrio. das versenkbare blechdach hatte übrigens peugeot schon früher....
TT steht nicht für Technik und Tradition, wie oft falsch behauptet wird - sondern für "Tourist Trophy".
Die Kompetenz wird schon dadurch in Frage gestellt, dass im Bericht ein Audi nach 2003 abgebildet ist (deutlich an den seitlichen "Kiemen" der Frontschütze und den titanfarbenen Scheinwerfen zu erkennen), aber die ganze Zeit von den ersten 98-99 Modellen gesprochen wird...
Naja, das selbe dachte ich Anfangs auch --> Der SLK (Merrcedes Benz) hat mehr Tradion, das wird bestimmt mal ein Klassiker.
Aber...
ein ganz großer Nachteil des SLK (R170) ist, dass der Korrosionsschutz bei MB in den Jahren um 2000 absolut nicht Premium-Like war, deshalb haben auch fast alle R170 Korrosionsprobleme, viele auch erhebliche.
Gerade im Bereich des Hacklappengriffes und des hinteren Scheibenrahmens gammalt es, sogar bei Fahrzeugen, die im Winter in einer warmen Garage stehen.
Selbst an ausgebesserten Stellen rostet es nach kurzer Zeit wieder.
Das war für mich der Grund, auf den Kauf eines R170 zu verzichten, ich hätte mir sonst sofort einen 320er gekauft.
Zu Audi:
Um beim 6-Zylinder zu bleiben, denn nur das ist Trumpf, hat Audi den 3.2-Liter Motor.
2-4-6
2 Sitze, 4 angetriebene Räder (Allrad), 6 Gänge - DSG macht in den Anfangsjahren immer wiedewr mal Probleme - eine gute Kombination.
Aber...
auch hier gibt es Probleme, weniger bei der Korrosion, den hier ist Audi Top - Nein, beim Motor.
Reihenweise gibt es Probleme mit den Steuerketten beim 3.2er (vom anfänglichen Rasseln bis zum Motorschaden durch Kettenriss).
Das kostet, zumal Audi nach 8-10 Jahren eh keinen Cent mehr dazu tut, auch wenn der 3.2er erst 70.000 km auf der Uhr stehen hat.
Fazit:
SLK (R170) oder TT (8N) - entscheide jeder selbst, womit er besser leben kann.
Ich habe mich bereits entschieden... für keinen von beiden.
MfG!