Klassiker von Morgen: Der BMW 8er (Typ E31)
Drei Dinge erinnern mich spontan an den BMW 8er.

Vor ein paar Tagen lief auf dem Sender für die tollsten Menschen der Welt die vermutlich x-te Wiederholung einer Pkw-Einkaufstour mit dem lockigsten Moderator des deutschen Fernsehens in der Hauptrolle. Der hatte den Auftrag, einen sportlichen deutschen Wagen für ein überschaubares Budget zu finden. Zur Wahl standen unter anderem zwei BMW 8er. Der eine wurde als Ferrari-Killer eingeführt, hielt dann aber ganz und gar nicht, was das Loblied versprach. Der andere war, natürlich bis auf die Felgen (die kamen von AC Schnitzer), in einem ordentlichen Originalzustand.
Warum bleibt mir das in Erinnerung? Zum einen hat BMW bei der Einführung des 850i sicher an alles gedacht, aber kaum an eine ernsthafte Konkurrenz zum italienischen Edelsportwagenhersteller Ferrari. Vielmehr das Gegenteil sollte der bei seiner Einführung 1989 bis zu seinem Produktionsende 1999 teuerste Vertreter der Münchener erreichen: Er sollte den Coupé Modellen der S-Klasse (C 126, C 140) das Wasser abgraben. Und damit stand z.B. der Komfort ganz oben auf der Liste der Entwickler. Das ist üblicherweise nicht das Hauptaugenmerk der Italiener. Zum anderen trifft auch den 8er das Schicksal vieler schöner Karossen aus München. Sie werden gerne das Objekt von Tuningattacken. Damit meine ich nicht die etwas mehr als 150 Stück des Alpina B12, die von 1990 bis 1996 produziert wurden. Ich meine vielmehr die Fahrwerk- und Felgenfreunde, die sich der „tiefer, breiter und härter“-Fraktion verschrieben haben und auch vor dem bayerischen Autoklassiker nicht Halt gemacht haben. Ich habe dennoch Grund zur Hoffnung, dass sich irgendwann auch in Tuningkreisen rumsprechen wird, dass Originalität bei einem Oldtimer oder Youngtimer wesentlich eher (finanziell) belohnt wird, als Wettrüsten jeder Art.
Die zweite Sache, die mich nicht nur an den 850i erinnert, sondern ihn fest in meinem Kopf eingebrannt hat, ist folgende. Eine Tages, ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wann es war, überholte mich auf der Autobahn A9 in Richtung München ein 850i. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, denn die 300PS des 8er Ursprungsmodells waren allemal ausreichend, um mein damaliges Fortbewegungsmittel rechts liegen zu lassen. Die Sicht auf das Heck des heutigen Youngtimers allerdings hat mir ein tiefes Grinsen ins Gesicht gemeißelt. Nein, ich meine nicht die üppig dimensionierte Auspuffanlage. Dieses Modell zierte auf der linken und auf der rechten Seite des Kofferraumdeckels der Schriftzug 425i. Jawohl, 2x 425i ergibt einen 850i. Das sollte wohl heißen, dass selbst zwei damals erhältliche 325i (E36) nicht so viel kosten wie ein einziger 8er. Ein besseres automobiles Statement zu „Eure Armut kotzt mich an“ habe ich bis heute nicht mehr gesehen. Ich hoffe für den Besitzer, dass alle „Leser“ Spaß verstehen.
Meine letzte Erinnerung an den BMW 8er (ebenfalls als 850i) hatte ich etwa um die selbe Zeit wie das 425i-Erlebnis. Ein guter Bekannter hat sich damals einen jungen gebrauchten 850i gekauft. Und er hat mich zu einer Probefahrt eingeladen. Mit mehr Ehrfurcht hatte ich bis dahin noch kein Auto bewegt. Ich weiß noch wie heute, dass die 12 Zylinder und die Länge von fast 4,8 Meter mir jede Menge Respekt eingeflößt haben. Ein wenig enttäuscht war ich von den 300PS aus 5 Litern Hubraum. Der aus dem damals aktuellen 7er bekannte Motor hatte offensichtlich mit einem Gewicht von 1790kg schwer zu kämpfen. Aber schließlich sollte der BMW ja keinem Ferrari Konkurrenz machen und eher zum gemütlichen Cruisen einladen. Das habe ich dann auch getan und sehr genossen. Vom Motor habe ich fast nichts wahrgenommen, das Fahrwerk ließ sich von sportlich auf komfortabel per Knopfdruck einstellen und an der Tankstelle habe ich nur Normalbenzin getankt. Trotzdem war und ist 8er Fahren nichts für einen schmalen Geldbeutel. Zum einen gibt es heute kein Normalbenzin mehr und zum anderen ist der Durst des Zwölfzylinders nicht zu unterschätzen. Auch der kleinere 840ci (mit „nur“ 8 Zylindern), der 1993 auf den Markt kam und die Palette der 8er nach „unten“ abrundete, war nicht als Sparwunder bekannt.
Kein Zweifel: Ich bin ein Fan des 8er. Streng genommen ist die erste Version des 8er, der 850i, heute bereits ein Youngtimer und sicher auf einem guten Weg, ein wertstabiler Oldtimer zu werden. Allerdings sind von dem guten Stück etwas mehr als 20.000 Exemplare verkauft worden. Das macht selbst ein Z3 Coupé schon exklusiver. Stückzahlenseitig wird der 850ci (1993 bis 1999: 1.200 Stück) oder gar der 850csi (1992 bis 1996: 1.500 Stück) schon interessanter. Letzterer hatte mit 380PS aus 5,6 Litern Hubraum schon mehr von einem Ferrari-Killer, denn er galt als „M-Variante“ des baldigen Autoklassikers.
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Ich stimme mit Ihnen überein in vielen Dingen, aber das der Motor schwer zu kämpfen hat ist Blödsinn. Der Wagen läuft ohne Begrenzer 280 aufgrund seiner überragenden Aerodynamik. Er fährt als Schaltwagen, den sie völlig vergessen haben zu erwähnen (Stückzahl 2800) in 6 Sekunden auf 100 KM/H und das war mit Verlaub Anfang der 90er schon beachtlich. Dennoch sprechen wir hier natürlich von einem 6 Kilo/PS Auto, was physikalisch einleuchtend, nicht mit 4 Kilo/PS Autos mithalten kann. Die gab es damals aber noch gar nicht oder nicht vom Fließband. Deshalb ist der Bericht aus meiner Sicht halbherzig recherchiert und nicht vollständig und teilweise falsch. Ich bin nicht der einzige, der glaubt, daß es sich beim 850 um eines der bedeutendsten Autos der 1990er handelt, wenn nicht das bedeutendste. Die technischen Innovationen (eine Aufzählung erspar ich mir), die natürlich junge Menschen heute aus jedem Elefantenrollschuh kennen, wurden ERSTMALIG im 850er verbaut. Das er heute im verhunzten Zustand im Internet verhökert wird, hat er nicht verdient. Er wird Klassiker, es dauert halt noch etwas.
Der M3 E30, eines der schnellsten Autos seiner Zeit benötigte 6,7 Sekunden von Null auf Hundert. Der Achter in der Schaltversion 6,0. Das spricht wohl für sich.
Der Inhalt des Berichtes ist allemal besser recherchiert als die Kommentare....
280km/h im E31 - ist klar, ne...
Das schafft der Alpina B12 5.0 mit 350PS mal gerade so.
6 Sekunden im M70 Schalter? Im freien Fall gemessen schon. Der tatsächliche Wert liegt bei 6.8 Sekunden und das mag bitte erstmal einer hinbekommen.
Ach ja... man muss da nicht herumraten oder bessere Daten erfinden, um etwas in ein schöneres Licht gerückt zu sehen. www.e31.net hält die technischen Daten seit über 10 Jahren vor.
Der 8er hat eine nur kleine Schar von Fans - das machte den Wagen über lange Jahre zu einem echten Schnapp im Gebrauchtsektor. Diese Zeiten sind nun aber anscheinend vorbei - nur noch etwas über 3.000 8er sind in D zugelassen (www.kba.de) und gute, exquisit ausgestattete Exemplare kosten inzwischen auch gutes Geld.
Natürlich polarisiert das Aussehen, jedoch damals mehr als heute und die vergangenen 10 Jahre musste sich der eingefleischte BMW Fan doch so einiges anhören, wenn es um die dem 8er nachfolgenden Desingnverwirrungen ging.
Das wirklich Schöne am 8er ist - allzuviele Ahnungslose propagieren nicht enden wollenden Elektronikprobleme dieses ach so komplizierten Fahrzeuges. Die Wahrheit ist, dass der 8er in dieser Hinsicht vollkommen pflegeleicht und der vielleicht letzte BMW an dem das Selbermachen ausdrücklich zu empfehlen ist.
Wer das Design mag, mit dem rustikalen BMW Ambiente der späten 80er Jahre zurechtkommt und auf die meisten der heute angebotenen Helferlein getrost verzichten kann, für den ist ein 8er ein tolles Fahrzeug. Es ist kein Sportler und kein grünes Auto, es gibt definitiv keine Vernunftsgründe sich einen zuzulegen, aber Spass macht das luxuriöseste und lange Zeit teuerste Coupé aus München auch heute noch.
Die Daten habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen. www.E31.net ist nicht die Bibel. Meine Literatursammlung zum 8er ist umfangreich. Ich selber habe einen Vmax offenen M70 Schalter und die Werte stimmen. Es ist ja klar, daß bei solchen Foren die Korinthenkacker immer wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen, um sich wichtig zu machen. Ich bleibe dabei. Der Bericht ist halbherzig und teilweise falsch wie eigentlich immer. Der Wagen sei für "gemütliches Cruisen gedacht" ??. So einen Satz kann ich nicht ernst nehmen. Ein überragendes Fahrwerk, überragende Aerodynamik und 300 PS Anfang der 90er nur zum cruisen?? Das kann ja nur ein Scherz sein. Ich fahre mit dem Ding die Nordschleife in 8:25 BTG. (an den Korinthenkacker: Zur Not mit Videobeweis) In Sachen Elektronik gebe ich 8er Franz allerdings recht. Noch nicht ein einziges Problem abgesehen von ein paar Pixelfehlern auf dem BC. Nicht recht gebe ich ihm bei der Einschätzung, daß der Wagen polarisiert im Design. In den 21 Jahren, die ich den Wagen habe, habe ich noch keinen einzigen Menschen getroffen, der das Design schlecht oder besser nicht absolut genial fand. Desweiteren bilden sich Menschentrauben um das Fahrzeug auf Youngtimertreffen, während Cobras und Mustangs direkt daneben stehen. Die Mär vom komplizierten divenartigen Geldschlucker wird wohl der Grund dafür sein, daß er keine Käufer findet. Und natürlich, daß es fast nur weinrote Automatikautos gibt und abgerockte Kilometerfresser, die wirklich keiner haben will. Dieses Auto ist allem bisher dagewesenem in allen Belange meilenweit voraus gewesen. Wahrscheinlich ist er zu modern, um schon als Klassiker gesehen zu werden.
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