Wohin geht die Reise? Stars von morgen: BMW Z3 Coupé
Mitte des Jahres hat ein deutscher Automobilclub eine Liste mit Klassikern von morgen veröffentlicht. Das ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, wenn da nicht die interessante Auswahl sofort ins Auge stechen würde.
Ich konnte mich also gut und schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Mercedes Benz 190 (1982 – 1993) oder ein Porsche 924 (1975 – 1988) in der Liste auftaucht. Je nach Modell sind das heute sehr gefragte Objekte, sei es noch als Alltagsfahrzeug oder bereits als Liebhaber- oder Anlageobjekt.
Bei manchen Fahrzeugen auf der Liste habe ich doch erst schlucken müssen. Ein Fiat Panda (1980 – 2003) zum Beispiel ruft bei mir eher Bilder in Erinnerung, die von Rost, Baustelle und zu vollen Aschenbechern geprägt sind. Ich will damit sagen, dass der Panda alles andere als ein Objekt der Begierde in den 80ern gewesen ist. Und nach ein paar Jahren (hartem) Gebrauch waren in den 90ern eben nur noch ungepflegte, zerschundene und technisch fragile Pandas zu sehen. Es mag sein, dass der eine oder andere Handwerker auf den günstigen Zeitgenossen von damals Mark und Bein schwört, aber der legitime Nachfolger des Fiat 500 wird sich als Kultobjekt sicher schwer tun. Ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger.
Mein besonderes Augenmerk gilt aber dem BMW Z3, der von 1996 bis 2002 in den USA gebaut wurde. Vielen wird er aus dem James Bond Streifen „Goldeneye“ in dem dezenten Blau in Erinnerung sein (Atlanta Blue), der seinerzeit allerdings nur als Vierzylinder zu bekommen war. Etwas später kam der Sechszylinder mit 2,8 Liter Hubraum dazu, der sich optisch durch den deutlich breiteren Hintern wohlwollend vom Rest der Zunft absetzte. Als ich den Z3 2,8 das erste Mal gefahren bin, war ich fasziniert vom serienmäßigen Sound des kompakten Zweisitzers. Das hat BMW einfach drauf, da wird die Soundanlage mitsamt Radio zum simplen Informationslieferanten degradiert. Ebenso wie das Fahrwerk, das können die Bayern auch, aber ich möchte nicht klingen wie ein BMW Prospekt aus den 90ern. Optisch und leistungsseitig wurde mit dem Z3 M noch einer oben drauf gesetzt. Wer allerdings 321 PS in einem Go-Kart braucht, entzieht sich noch immer meiner Kenntnis.
Von 1998 an hat BMW mit dem Z3 Coupé einen Schritt gewagt, der mit dem Absatz von nur etwas mehr als 17.000 Stück nicht nur von den Kritikern belächelt, sondern auch von den Käufern bestraft wurde. Technisch war das Z3 Coupé in der Variante mit dem 2,8, 3,0 oder 3,2 Liter Sechszylinder über jeden Zweifel erhaben, designseitig scheidet das Auto noch heute die Geister. Aber gerade hier liegen auch die Potenziale dieses Typs als Kultobjekt. Es wird Fans geben und es wird Leute geben, die über das Z3 Coupé den Kopf schütteln. Dazwischen wird man höchstens den Uninteressierten finden, sonst nichts. Aber gerade diese Polarisierung, diese schwarz-weiß Malerei wird dem Z3 Coupé auch in vielen Jahren noch die Aufmerksamkeit schenken, die es verdient. Und gemessen an den Stückzahlen auch einen ordentlichen Wertzuwachs. Gerade in der M-Variante.

Bleibt nur noch das typische BMW Problem: Wo finde ich ein unverbasteltes Z3 Coupé? Oder einfacher: Hat jemand wenigstens die Original Felgen im Keller gelagert? In diesem Sinne: Fröhliches Suchen und Finden.
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Kommentare
Mann schreibt das Jahr 2011
Ha,
habe noch einen vollkommen Original / Topasblau / Nappa-Leder schwarz / Glashubdach und so weiter. Zarte 41.000 km Scheckheft momentan auf 19" BMW Kreuzspeiche 17 Zöller im Keller!
Viele Grüße aus dem Odenwald!